Orange Bud Pflanzensorte mit Informationen zu Samen, Keimung und Pflanzenpflege

Orange Bud Samen kaufen und anbauen: Ein Leitfaden von der Keimung bis zur Ernte

Orange Bud Samen findet man in fast jedem gut sortierten Samenkatalog, und das hat Gründe. Die Sorte ist seit mindestens Anfang der 2000er Jahre bekannt, damals vor allem durch die niederländische Samenbank Dutch Passion. Ihren Namen verdankt sie den kräftig orangefarbenen Blütenhärchen, die sich gegen Ende der Blüte über die Knospen ziehen. Auch der Geruch passt dazu, er erinnert an Orangenschale und Zitrus mit einer leicht erdigen Note.

Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) bis zu drei Pflanzen gleichzeitig an ihrem Wohnsitz anbauen, und auch der Erwerb von Samen ist erlaubt. Die Einzelheiten, etwa zum Schutz vor dem Zugriff durch Kinder und Jugendliche, regelt das Gesetz selbst. Wer unsicher ist, liest am besten den aktuellen Gesetzestext nach, denn dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Viele Einsteiger greifen zur Autoflower-Version, weil sie ohne Lichtumstellung blüht und nach gut zehn Wochen fertig ist. Genau diese Variante steht hier im Mittelpunkt, von der Auswahl über Keimung, Wachstum und Blüte bis zur Trocknung. Im zweiten Abschnitt finden Sie außerdem einen Wochenplan mit konkreten Werten für Licht, pH und EC.

Orange Bud Samen auswählen: Original, feminisiert oder Autoflower?

Das ursprüngliche Orange Bud von Dutch Passion ist eine reine Skunk-Selektion mit photoperiodischer Blüte. Die Pflanze blüht also erst, wenn die tägliche Lichtphase auf zwölf Stunden sinkt, und braucht danach noch rund acht Wochen. Outdoor bedeutet das in Deutschland eine Ernte Ende Oktober, wenn Regen und kalte Nächte den dichten Knospen schon zusetzen. Wer heute Orange Bud Samen kaufen möchte, findet deshalb neben feminisierten Samen vor allem Autoflower-Linien, bei denen die Ausgangssorte mit Cannabis ruderalis gekreuzt wurde. Die Ruderalis-Gene sorgen dafür, dass die Pflanze nach drei bis vier Wochen von selbst in die Blüte geht, ganz gleich, wie lange das Licht brennt.

Unter dem Namen Orange Bud verkaufen inzwischen mehrere Samenbanken eigene Zuchtlinien, und die Datenblätter gehen weit auseinander. Für das Original nennt Dutch Passion 16,5 Prozent THC, neuere Autoflower-Linien werden mit 20 Prozent und mehr angegeben. Ähnlich ist es beim Lebenszyklus, der je nach Linie bei 10 bis 12 Wochen ab Keimung liegt, und bei der Endhöhe, die zwischen 70 und 170 Zentimetern schwankt. Lesen Sie solche Angaben als grobe Orientierung. Wie groß eine Pflanze wirklich wird, hängt viel stärker von Topfgröße, Licht und Ihrer Pflege ab als von der Zahl im Shop.

Bei der Auswahl lohnt ein Blick auf diese Punkte:

  • Die Kreuzung sollte offen angegeben sein, bei Autoflowern also Orange Bud mal Ruderalis oder eine konkrete Auto-Elternlinie.
  • Feminisierte Samen sparen Ihnen das Aussortieren männlicher Pflanzen, was bei maximal drei Pflanzen jede Lücke vermeidet.
  • Die angegebene Endhöhe muss zu Ihrem Platz passen. Ein Zelt mit 140 Zentimetern Innenhöhe wird bei einer Pflanze mit 170 Zentimetern schnell eng.
  • Samen halten sich dunkel, trocken und kühl am längsten, etwa luftdicht verpackt im Kühlschrank bei 6 bis 8 °C.

Für die meisten Hobby-Grower spricht vieles für die Autoflower-Variante. Wenn nur drei Pflanzen gleichzeitig erlaubt sind, zählt jede einzelne, und eine Pflanze, die nach 75 Tagen fertig ist, verzeiht Anfängerfehler eher als eine, die ein halbes Jahr im Topf steht.

Orange Bud Autoflower anbauen: Wochenplan, Keimung und Blüte

Der folgende Plan zeigt einen typischen Durchgang mit Orange Bud Samen der Autoflower-Variante. Die Werte gelten für Erde in einem 11 bis 15 Liter Stofftopf unter einer LED-Lampe. In Kokos liegen pH und EC etwas anders, darauf geht der Abschnitt zur Blüte ein.

WochePhaseLichtWasser und DüngerWas Sie tun
1Keimung und Sämling18/6 oder 20/4, gedimmtnur Wasser, pH 6,2 bis 6,5Samen direkt in den Endtopf legen, Oberfläche feucht halten
2Sämling18/6 oder 20/4nur Wasser, bei vorgedüngter Erde kein Düngerkleine Mengen im Kreis um den Stamm gießen, Luftfeuchte 65 bis 70 %
3Wachstum18/6 oder 20/4EC 0,8 bis 1,0erste schwache Düngergabe, mit sanftem Herunterbinden beginnen
4Wachstum und Vorblüte18/6 oder 20/4EC 1,0 bis 1,2erste Blütenansätze an den Nodien, Biegen abschließen
5Übergang zur Blüte18/6 oder 20/4EC 1,2 bis 1,4, auf Blütedünger wechselndie Pflanze streckt sich, nicht mehr schneiden
6 und 7Blüte18/6 oder 20/4EC 1,4 bis 1,6Luftfeuchte auf 50 bis 55 % senken, Blattspitzen beobachten
8 und 9späte Blüte18/6 oder 20/4EC 1,4 bis 1,6, ab Woche 9 sinkendKnospen auf Schimmel prüfen, Trichome mit der Lupe kontrollieren
10 und 11Reife und Ernte18/6 oder 20/4letzte 7 bis 10 Tage nur Wasserernten, sobald die Trichome überwiegend milchig sind
12 und 13Trocknungdunkelentfälltganze Äste hängend bei 18 bis 20 °C und 55 bis 60 % Luftfeuchte trocknen
ab 14Fermentationdunkelentfälltin Gläsern bei 58 bis 62 % Luftfeuchte mindestens zwei bis vier Wochen reifen lassen

Keimung und die ersten zwei Wochen

Autoflower reagieren empfindlich auf Umtopfen, weil ihnen für eine Erholungspause schlicht die Zeit fehlt. Säen Sie deshalb direkt in den Endtopf. Drücken Sie den Samen etwa einen Zentimeter tief in leicht vorgedüngte Anzuchterde oder in eine Mulde mit Anzuchterde inmitten der normalen Growerde. Bei 22 bis 25 °C und feuchtem, aber nicht nassem Substrat zeigt sich der Keimling meist nach zwei bis fünf Tagen. Wer möchte, legt die Samen vorher zwölf Stunden in ein Glas mit lauwarmem Wasser. Länger als 24 Stunden sollten sie dort nicht liegen.

Der häufigste Fehler in dieser Phase ist zu viel Wasser. Ein Sämling braucht anfangs kaum mehr als ein Schnapsglas pro Tag, und zwar rund um den Stängel statt über den ganzen Topf verteilt. Das Licht läuft von Anfang an im Endzyklus, also 18 Stunden an und 6 aus oder 20 an und 4 aus. Der längere Zyklus bringt etwas mehr Wachstum, kostet aber auch gut zehn Prozent mehr Strom. Dimmbare LEDs stellen Sie in den ersten zehn Tagen auf etwa 30 bis 40 Prozent, damit der junge Trieb nicht verbrennt, aber auch nicht vergeilt.

Wachstum und Blüte: Licht, Topf und Nährstoffe

Ab der dritten Woche legt die Pflanze sichtbar zu, und jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Biegen Sie den Haupttrieb vorsichtig zur Seite und fixieren Sie ihn mit weichem Draht am Topfrand. Diese Technik heißt Low Stress Training und sorgt für mehrere gleich hohe Spitzen unter der Lampe. Vom Köpfen, also dem Abschneiden der Triebspitze, lassen Sie bei Orange Bud Autoflower besser die Finger. Die Pflanze verliert dabei Tage, die sie in ihrem festen Zeitplan nicht nachholen kann.

Bei der Düngung gilt für Autos fast immer weniger als auf der Flasche steht. Halten Sie die Leitfähigkeit im Wachstum bei 0,8 bis 1,2 mS/cm und in der Blüte bei 1,2 bis 1,6 mS/cm. Werden die Blattspitzen braun und knusprig, war es zu viel. Der pH-Wert sollte in Erde zwischen 6,2 und 6,8 liegen, in Kokos zwischen 5,8 und 6,2. Kokos braucht zudem Dünger bei fast jedem Gießen, verzeiht dafür aber Überwässern besser. Tagsüber sind 22 bis 26 °C ideal, nachts sollte es nicht unter 18 °C fallen.

Orange Bud bildet harte, dichte Knospen, und das ist zugleich ihre Schwachstelle. Steigt die Luftfeuchte in den letzten drei Wochen über 55 Prozent, kann sich im Inneren der Blüten Grauschimmel bilden, den man von außen lange nicht sieht. Ein Umluftventilator, der die Blätter leicht bewegt, und ein Abluftlüfter mit Aktivkohlefilter lohnen sich deshalb mehr als jede zusätzliche Düngergabe. Die Lichtzeit bleibt bis zur Ernte unverändert, eine Umstellung auf 12/12 bringt bei Autoflowern nichts.

Ernte, Trocknung und Lagerung

Viele Grower ernten zu früh, weil sie nach zehn Wochen ungeduldig werden. Andere warten zu lange, weil die Pflanze nach einem Schub neuer Blütenhärchen wieder unreif aussieht. Mit einem einfachen Hilfsmittel lässt sich beides vermeiden.

Den richtigen Erntezeitpunkt erkennen

Bei den meisten Sorten gilt die Faustregel, dass erst geerntet wird, wenn sich 70 bis 90 Prozent der Blütenhärchen braun verfärbt haben. Bei Orange Bud funktioniert diese Regel schlecht, denn die Härchen sind hier von Natur aus kräftig orange. Verlassen Sie sich deshalb auf die Trichome, die winzigen Harzdrüsen auf Blüten und Blättern. Mit einer Lupe mit 60-facher Vergrößerung oder einem Clip-Mikroskop für das Smartphone sehen Sie, ob sie noch glasklar, milchig oder bernsteinfarben sind. Sind die meisten milchig und erste bernsteinfarben, ist die Pflanze reif. Prüfen Sie dabei die Blüten selbst und nicht die kleinen Blätter, die früher umschlagen.

Trocknen und Fermentieren

Schneiden Sie die Pflanze in einzelne Äste und hängen Sie diese kopfüber an einem dunklen Ort auf. Ideal sind 18 bis 20 °C und 55 bis 60 Prozent Luftfeuchte, ein Hygrometer für wenige Euro zeigt Ihnen, ob Sie im Bereich liegen. Nach sieben bis vierzehn Tagen knacken die dünnen Stiele beim Biegen, statt sich zu verbiegen. Dann ist die Trocknung abgeschlossen. Zu schnell getrocknete Blüten riechen eher nach Heu als nach Zitrus, und genau dieses Aroma macht die Sorte ja aus.

Danach kommen die Blüten in Schraubgläser, die Sie zu etwa zwei Dritteln füllen. Öffnen Sie die Gläser in der ersten Woche täglich für einige Minuten, danach einmal pro Woche. Feuchtigkeitsregulierende Beutel mit 58 oder 62 Prozent halten das Klima im Glas stabil. Nach zwei bis vier Wochen hat sich das Aroma deutlich entwickelt, viele Grower lassen die Gläser noch länger stehen. Gelagert wird dunkel und kühl. Denken Sie auch an die Besitzgrenze, denn am Wohnsitz sind laut KCanG höchstens 50 Gramm getrocknetes Cannabis erlaubt.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert Orange Bud Autoflower von der Keimung bis zur Ernte?

Je nach Zuchtlinie 10 bis 12 Wochen. Rechnen Sie für Trocknung und Fermentation noch einmal drei bis sechs Wochen dazu, bevor die Ernte ihr volles Aroma hat.

Wie viel Ertrag ist realistisch?

Datenblätter nennen für Autoflower-Linien indoor 400 bis 550 Gramm pro Quadratmeter. Im ersten Durchgang sind 50 bis 100 Gramm pro Pflanze in einem 11 bis 15 Liter Topf ein guter Wert. Outdoor schwanken die Erträge stärker, je nach Sommer und Standort.

Kann ich Orange Bud Samen auch draußen anbauen?

Ja, die Autoflower-Variante eignet sich gut dafür. Säen Sie nach den Eisheiligen Mitte Mai aus, dann ernten Sie Anfang August und umgehen die feuchten Herbstwochen. Ein sonniger, regengeschützter Platz an einer Südwand ist ideal.

Ist der Kauf von Cannabissamen in Deutschland legal?

Volljährige dürfen seit April 2024 Samen erwerben und bis zu drei Pflanzen gleichzeitig am Wohnsitz anbauen. Für den Einzelfall, etwa in einer Mietwohnung, lohnt ein Blick in den Gesetzestext oder eine rechtliche Beratung.

Fazit

Orange Bud Samen sind eine gute Wahl für den ersten Anbau, vor allem in der Autoflower-Version. Die Sorte wächst kompakt, braucht keine Lichtumstellung und ist nach rund elf Wochen fertig. Schwierig wird es an zwei Stellen, die Einsteiger regelmäßig unterschätzen. Zu viel Dünger schadet einer Autoflower mehr als zu wenig, und die dichten Knospen verlangen in der späten Blüte eine Luftfeuchte unter 55 Prozent. Wer diese beiden Punkte im Griff hat und die Ernte an den Trichomen statt an den orangefarbenen Härchen festmacht, erntet aromatische Blüten mit dem typischen Zitrusduft. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Linie hinter dem Namen steckt, und wählen Sie die Endhöhe passend zu Ihrem Platz.

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